Seljalandsfoss Island: Anreise, Pfad hinter dem Wasserfall

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Der Seljalandsfoss in Island ist laut Wikipedia ein rund 60 Meter hoher Wasserfall an der Südküste, etwa 120 Kilometer östlich von Reykjavík direkt an der Ringstraße. Ein Pfad führt hinter den Wasservorhang, der im Sommer meist begehbar und im Winter wegen Eis oft gesperrt ist. Wasserdichte Kleidung und ein Besuch früh morgens oder abends machen den Aufenthalt angenehmer.

Trotzdem fahren viele Besucher enttäuscht weiter. Sie kommen mittags gleichzeitig mit mehreren Reisebussen an, stehen auf einem überfüllten Pfad und sind nach wenigen Minuten bis auf die Haut durchnässt. Andere planen zu wenig Zeit ein und verpassen den versteckten Nachbarwasserfall Gljúfrabúi, der nur ein paar hundert Meter entfernt liegt.

Ich war mehrfach am Seljalandsfoss, im Juni bei hellem Nachtlicht ebenso wie im Februar bei vereisten Wegen. Hier erfährst du, wie du anreist, was der Besuch kostet, wann sich der Stopp am meisten lohnt, was du anziehen solltest und wie du den Wasserfall sinnvoll in deine Route einbaust.

Wo liegt der Seljalandsfoss in Island?

Der Seljalandsfoss liegt an der Südküste Islands in der Gemeinde Rangárþing eystra, direkt an der Abzweigung der Straße 249 von der Ringstraße. Von Reykjavík fährst du rund 120 Kilometer und bei normalen Bedingungen etwa eineinhalb bis zwei Stunden.

Die Ringstraße ist die Nationalstraße 1, die einmal um die gesamte Insel führt und die meisten bekannten Sehenswürdigkeiten der Südküste verbindet. Schon von der Ringstraße aus erkennst du die grüne Steilwand, über die das Wasser fällt. Diese Wand ist eine ehemalige Küstenklippe, denn das Meer reichte hier früher deutlich weiter ins Landesinnere.

Gespeist wird der Wasserfall vom Fluss Seljalandsá, dessen Wasser aus dem Gebiet des Eyjafjallajökull stammt. Der Eyjafjallajökull ist ein vergletscherter Vulkan, dessen Ausbruch im Jahr 2010 den Flugverkehr in Europa tagelang stark einschränkte. Weitere Hintergründe zum Wasserfall selbst findest du im Wikipedia-Artikel zum Seljalandsfoss.

Anreise mit dem Mietwagen oder per Tagestour

Mit dem Mietwagen ist die Anreise zum Seljalandsfoss unkompliziert, weil Ringstraße und Zufahrt asphaltiert sind. Ein Allradfahrzeug brauchst du für diesen Abschnitt nicht, im Winter aber in jedem Fall Winterreifen. Was du bei Tankstellen, Tempolimits und Wetterwechseln beachten solltest, steht in meinen Tipps für die Ringstraße mit dem Mietwagen.

Fast alle Südküsten-Tagestouren ab Reykjavík halten am Seljalandsfoss. Der Nachteil: Du bist dann genau zu den Zeiten vor Ort, in denen es am vollsten ist. Öffentliche Busse bedienen die Südküste nur eingeschränkt, deshalb ist das eigene Auto für einen flexiblen Besuch die praktischere Wahl.

Kann man hinter den Seljalandsfoss gehen?

Ja, ein schmaler Rundweg führt hinter den Wasserfall in eine flache Felsnische und auf der anderen Seite wieder hinaus. Der Weg ist in der Regel vom späten Frühjahr bis in den Herbst begehbar und im Winter wegen Eis häufig ganz oder teilweise gesperrt.

Für die Runde brauchst du ohne Fotostopps etwa 10 bis 15 Minuten. Der Pfad besteht aus Stufen, Felsplatten und Kies und ist fast immer nass und rutschig. Auf der Rückseite des Wasserfalls ist es laut, windig und überraschend kalt, auch an warmen Tagen.

Die Gischt ist feiner Wassernebel, der beim Aufprall des Wassers entsteht, und sie erreicht am Seljalandsfoss fast den gesamten Pfad. Bei meinem ersten Besuch hatte ich nur eine Softshelljacke dabei, und nach der Runde war sie komplett durchnässt. Seitdem gehe ich dort nur noch mit Regenjacke, Regenhose und gut profilierten Schuhen.

Absperrungen solltest du immer respektieren, denn Steinschlag und vereiste Stufen sind echte Gefahren. Aktuelle Warnungen zu Wetter, Straßen und Gefahrenstellen veröffentlicht die isländische Unfallverhütungsstelle auf safetravel.is.

Was kostet der Besuch am Seljalandsfoss?

Der Wasserfall selbst ist frei zugänglich, ein Eintrittsgeld wird nicht verlangt. Kosten entstehen nur für das Parken, das am großen Parkplatz pro Fahrzeug abgerechnet wird.

Bezahlt wird an Automaten oder digital, der aktuelle Betrag steht auf den Schildern am Parkplatz. Ich nenne hier bewusst keine feste Summe, weil sich die Tarife in den vergangenen Jahren mehrfach geändert haben. Am Parkplatz gibt es Toiletten und in der Saison meist einen Imbissstand.

Wann ist die beste Zeit für den Seljalandsfoss?

Am ruhigsten ist es nach meiner Erfahrung vor 9 Uhr morgens und nach 18 Uhr abends, wenn die Tagestouren aus Reykjavík noch nicht angekommen oder schon weitergefahren sind. Wer in Hella, Hvolsvöllur oder auf dem Campingplatz in der Nähe übernachtet, kann diese Randzeiten leicht nutzen.

Seljalandsfoss im Sommer

Zwischen Juni und August ist der Pfad hinter dem Wasserfall in der Regel offen und die Wiese davor sattgrün. Im Juni wird es an der Südküste nachts nicht richtig dunkel, sodass ein Besuch um 22 oder 23 Uhr problemlos möglich ist. Da die Felswand nach Westen ausgerichtet ist, scheint die Abendsonne direkt in den Wasservorhang und erzeugt bei Sonnenschein oft einen Regenbogen in der Gischt.

Seljalandsfoss im Winter

Von Spätherbst bis Frühjahr verwandelt Frost die Umgebung in Eisformationen, die bizarr aussehen, aber den Pfad gefährlich machen. Die Tage sind im Dezember nur wenige Stunden hell, also plane den Stopp für die Mittagszeit ein. Spikes für die Schuhe sind dann auch auf dem Weg vom Parkplatz zur Aussichtsfläche sinnvoll.

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Was ist Gljúfrabúi, der versteckte Wasserfall neben dem Seljalandsfoss?

Gljúfrabúi ist ein Wasserfall, der sich rund 600 Meter nördlich des Seljalandsfoss in einer engen Felsschlucht verbirgt. Der Name bedeutet sinngemäß „Bewohner der Schlucht“ und beschreibt gut, warum viele Besucher ihn übersehen.

Vom Seljalandsfoss gehst du auf einem flachen Weg entlang der Felswand nach Norden. Um den Wasserfall vollständig zu sehen, watest oder balancierst du über Steine durch einen flachen Bach in die Schlucht hinein. Wasserdichte Schuhe sind hier noch wichtiger als am großen Nachbarn, und das Licht in der Schlucht ist eines der eindrucksvollsten Fotomotive der Südküste.

Seljalandsfoss, Gljúfrabúi und Skógafoss im Vergleich

Die drei Wasserfälle liegen nah beieinander und lassen sich problemlos an einem Vormittag kombinieren. Die Höhenangaben sind gerundet und folgen den jeweiligen Wikipedia-Artikeln.

Wasserfall Höhe (ca.) Lage Besonderheit Fußweg vom Parkplatz
Seljalandsfoss 60 m an der Straße 249, direkt an der Ringstraße Rundweg hinter dem Wasservorhang wenige Minuten
Gljúfrabúi 40 m rund 600 m nördlich des Seljalandsfoss in einer Schlucht versteckt, Zugang durch einen Bach ca. 10 Minuten vom Seljalandsfoss
Skógafoss 60 m rund 30 km östlich an der Ringstraße etwa 25 m breit, Treppe zu einer Aussichtsplattform oberhalb wenige Minuten

Weitere Fälle, die sich auf einer Reise lohnen, stelle ich in meinem Überblick über die schönsten Wasserfälle Islands vor.

Was solltest du zum Seljalandsfoss mitnehmen?

Am Seljalandsfoss entscheidet die Kleidung darüber, ob der Besuch Spaß macht oder ob du den Rest des Tages mit nassen Sachen im Auto sitzt. Diese Ausrüstung hat sich bei mir bewährt:

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  • Wasserdichte Regenjacke mit Kapuze: Softshell- oder Daunenjacken halten der Gischt nicht stand.
  • Regenhose: Sie schützt die Jeans, die sonst stundenlang nass bleibt.
  • Schuhe mit gutem Profil: Wanderschuhe statt Sneaker, im Winter zusätzlich Spikes.
  • Regenschutz für Kamera oder Smartphone: Ein Gefrierbeutel reicht im Notfall.
  • Mikrofasertuch: Damit wischst du Tropfen vom Objektiv.
  • Wechselsocken und eine Tüte für nasse Kleidung: Beides im Auto lassen.

Wie passt der Seljalandsfoss in eine Island-Rundreise?

Der Seljalandsfoss ist meist der erste große Stopp an der Südküste, wenn du von Reykjavík aus nach Osten fährst. Für den Wasserfall inklusive Rundweg solltest du 45 bis 60 Minuten einplanen, mit Gljúfrabúi eher 90 Minuten bis zwei Stunden.

Eine bewährte Tagesetappe führt vom Seljalandsfoss zum Skógafoss, weiter zur Gletscherzunge Sólheimajökull, zum schwarzen Strand Reynisfjara und schließlich nach Vík í Mýrdal. Wer früh in Reykjavík startet, schafft diese Strecke an einem Tag, sollte aber nicht zu viele Fotostopps unterwegs einplanen. Entspannter ist eine Übernachtung zwischen Hvolsvöllur und Vík.

Wie du die Südküste mit dem Golden Circle, den Gletscherlagunen und dem Norden verbindest, zeige ich dir in der Anleitung, wie du eine 7-tägige Island Rundreise planen kannst.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie lange braucht man für den Seljalandsfoss?

Für den Seljalandsfoss inklusive Rundweg hinter dem Wasserfall solltest du etwa 45 bis 60 Minuten einplanen. Wer zusätzlich den versteckten Gljúfrabúi rund 600 Meter weiter nördlich besucht und in Ruhe fotografiert, ist eher 90 Minuten bis zwei Stunden vor Ort. In der Hauptsaison verlängern volle Parkplätze und Wartezeiten auf dem schmalen Pfad den Aufenthalt zusätzlich.

Ist der Weg hinter den Seljalandsfoss im Winter geöffnet?

Im Winter ist der Pfad hinter dem Seljalandsfoss häufig ganz oder teilweise gesperrt, weil die Gischt auf Steinen und Stufen gefriert und eine geschlossene Eisschicht bildet. Die Sperrung erfolgt kurzfristig je nach Wetterlage, typischerweise zwischen Spätherbst und Frühjahr. Den Wasserfall kannst du trotzdem von der Vorderseite aus sehen, Spikes für die Schuhe helfen auf den vereisten Wegen.

Kostet der Seljalandsfoss Eintritt?

Der Seljalandsfoss selbst kostet keinen Eintritt, der Zugang zum Wasserfall und zum Pfad dahinter ist frei. Bezahlt wird lediglich das Parken: Am Parkplatz wird eine Gebühr pro Fahrzeug erhoben, die an Automaten oder digital beglichen wird. Den aktuellen Betrag zeigen die Schilder vor Ort, da sich die Tarife in den vergangenen Jahren mehrfach geändert haben.

Wie weit ist der Seljalandsfoss von Reykjavík entfernt?

Der Seljalandsfoss liegt rund 120 Kilometer östlich von Reykjavík an der Ringstraße. Mit dem Mietwagen dauert die Fahrt bei normalen Bedingungen etwa eineinhalb bis zwei Stunden, je nach Pausen und Verkehr rund um Hveragerði und Selfoss. Viele Reisende kombinieren den Wasserfall am selben Tag mit dem Skógafoss und dem schwarzen Strand Reynisfjara.

Fazit: So wird dein Besuch am Seljalandsfoss entspannt

Der Seljalandsfoss in Island gehört zu den wenigen Wasserfällen, die du von allen Seiten erleben kannst, und genau das macht ihn so besonders. Entscheidend sind drei Dinge: eine Randzeit am Morgen oder Abend, wasserdichte Kleidung und genug Zeit für den Abstecher zum Gljúfrabúi. Im Winter gilt zusätzlich, Sperrungen ernst zu nehmen und Spikes einzupacken.

Plane den Seljalandsfoss als ersten Stopp deiner Südküsten-Etappe ein und lege die Übernachtung so, dass du ihn ohne Busgruppen erlebst. Speichere dir diesen Artikel für deine Reiseplanung und sieh dir als Nächstes an, welche weiteren Wasserfälle und Etappen auf deiner Route liegen.