Island Ringstraße: Etappen, Fahrzeiten und Straßenregeln

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Die Island-Ringstraße (Route 1, isländisch Hringvegur) ist eine rund 1.320 Kilometer lange Straße, die die Insel einmal komplett umrundet und fast durchgehend asphaltiert ist. Mit einem normalen Mietwagen lässt sie sich zwischen Mai und September ohne Allradantrieb befahren; für die gesamte Runde solltest du mindestens sieben, besser zehn bis vierzehn Tage einplanen.

Viele Reisende unterschätzen die Ringstraße in Island. Auf der Karte wirkt die Strecke überschaubar, doch einspurige Brücken, Schafe auf der Fahrbahn, plötzliche Sturmböen und unzählige Fotostopps verlangsamen jede Etappe. Wer zu knapp plant, sitzt am Ende täglich sechs Stunden im Auto und sieht von Gletschern und Fjorden vor allem die Windschutzscheibe.

Ich habe Island mehrfach auf der Route 1 umrundet, im Sommer und im Spätherbst. In diesem Beitrag bekommst du die realistischen Etappen mit Kilometern und Fahrzeiten, die Verkehrsregeln, die tatsächlich kontrolliert werden, und meine Einschätzung, welche Reisezeit für welchen Reisetyp passt.

Was ist die Ringstraße in Island?

Die Ringstraße ist Islands wichtigste Fernstraße und verbindet Reykjavík, die Südküste, die Ostfjorde, den Norden um Akureyri und den Westen zu einem geschlossenen Kreis. Laut dem Wikipedia-Artikel zum Hringvegur wurde der Ring 1974 geschlossen, als die Brücken über die Gletscherflussebene Skeiðarársandur im Süden fertiggestellt waren.

Ein Sander ist eine flache Schwemmebene aus Sand und Geröll, die Gletscherflüsse vor dem Eisrand aufschütten. Genau diese Ebenen machten den Straßenbau im Süden so schwierig, weil Gletscherläufe die Fahrbahn immer wieder zerstörten. Die Route 1 ist bis heute die einzige Straße, die alle Landesteile ganzjährig miteinander verbindet; das Hochland im Inneren bleibt den sogenannten F-Straßen vorbehalten.

F-Straßen sind unbefestigte Hochlandpisten, die in Island nur mit Allradfahrzeugen befahren werden dürfen und meist nur von Ende Juni bis September geöffnet sind. Sie gehören nicht zur Ringstraße, und die meisten Mietverträge für normale Pkw schließen sie ausdrücklich aus.

Wie lange dauert eine Fahrt auf der Island-Ringstraße?

Die reine Fahrzeit für die komplette Island-Ringstraße liegt bei rund 17 bis 18 Stunden ohne Pausen. Realistisch sind sieben Tage als Minimum und zehn bis vierzehn Tage, wenn du wandern, baden und Abstecher machen möchtest.

Die folgende Tabelle zeigt eine bewährte Aufteilung gegen den Uhrzeigersinn, also zuerst entlang der Südküste. Die Werte sind gerundete Angaben gängiger Routenplaner und enthalten keine Fotostopps, Baustellen oder Wetterverzögerungen.

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Etappe Entfernung (ca.) Reine Fahrzeit (ca.) Typische Stopps
Reykjavík – Vík 186 km 2,5 Std. Seljalandsfoss, Skógafoss, Reynisfjara
Vík – Höfn 272 km 3,5 Std. Fjaðrárgljúfur, Skaftafell, Jökulsárlón
Höfn – Egilsstaðir 245 km 3,5 Std. Stokksnes, Ostfjord-Orte
Egilsstaðir – Mývatn 165 km 2 Std. Dettifoss (Abstecher), Námaskarð
Mývatn – Akureyri 95 km 1,25 Std. Goðafoss
Akureyri – Reykjavík 390 km 4,75 Std. Hvítserkur (Abstecher), Borgarnes

Wenn du nur eine Woche hast, hilft dir mein Leitfaden zur 7-tägigen Island Rundreise planen mit konkreten Übernachtungsorten für jede Nacht. Bei sieben Tagen ist die längste Etappe von Akureyri zurück nach Reykjavík am besten an einem Tag ohne weitere Programmpunkte aufgehoben.

Welche Etappen der Ringstraße lohnen sich besonders?

Die meisten bekannten Sehenswürdigkeiten liegen an der Südküste zwischen Reykjavík und Höfn. Der Norden um Mývatn bietet dagegen die eindrucksvollsten vulkanischen Landschaften direkt an der Route.

Südküste: Wasserfälle und schwarze Strände

Seljalandsfoss und Skógafoss liegen nur wenige hundert Meter von der Ringstraße entfernt und sind ohne Wanderung erreichbar. Eine Übersicht mit Parkplätzen und Laufzeiten findest du in meinem Beitrag zu den schönsten Wasserfällen entlang der Route. Am Strand Reynisfjara bei Vík solltest du großen Abstand zum Wasser halten, weil dort unberechenbare Wellen, sogenannte Sneaker Waves, immer wieder Menschen erfassen.

Gletscherregion: Skaftafell und Jökulsárlón

Jökulsárlón ist eine Gletscherlagune, in der abgebrochene Eisberge des Breiðamerkurjökull treiben, bevor sie ins Meer gespült werden. Die Ringstraße führt direkt über die Brücke am Abfluss der Lagune, sodass du hier nur kurz anhalten musst. Gegenüber liegt der Diamond Beach, an dem Eisbrocken auf schwarzem Sand liegen.

Ostfjorde: langsame Kilometer

Zwischen Höfn und Egilsstaðir windet sich die Straße um zahlreiche Fjorde, weshalb du hier langsamer vorankommst als die Kilometerzahl vermuten lässt. Eine Abkürzung über den Pass Öxi (Straße 939) spart Strecke, ist aber geschottert, steil und bei Nebel oder Schnee keine gute Idee.

Norden: Mývatn, Goðafoss und Akureyri

Die Region um den See Mývatn zeigt Schwefelfelder, Pseudokrater und Lavaformationen in direkter Nähe zur Route 1. Zwischen Mývatn und Akureyri führt die Straße durch den Tunnel Vaðlaheiðargöng, dessen Maut du online über die Website des Betreibers bezahlst, da es keine Mautstelle gibt. Der Hvalfjörður-Tunnel nördlich von Reykjavík ist dagegen seit 2018 mautfrei.

Welche Verkehrsregeln gelten auf der Ringstraße Islands?

Auf asphaltierten Landstraßen gilt in Island ein Tempolimit von 90 km/h, auf Schotter 80 km/h und innerorts meist 50 km/h. Abblendlicht ist rund um die Uhr Pflicht, und Fahren abseits markierter Straßen ist verboten.

  • Einspurige Brücken: Schilder mit der Aufschrift „Einbreið brú“ kündigen sie an; Vorfahrt hat, wer die Brücke zuerst erreicht.
  • Schafe: Im Sommer laufen Schafe frei und überqueren die Straße ohne Vorwarnung. Wer ein Tier anfährt, muss den Unfall melden.
  • Nicht auf der Fahrbahn halten: Halte für Fotos nur auf ausgewiesenen Parkbuchten. Ein abrupt stehendes Auto hinter einer Kuppe ist eine der häufigsten Unfallursachen bei Touristen.
  • Tanken: Im Osten und Norden liegen Tankstellen weit auseinander. Ich tanke grundsätzlich, sobald der Tank halb leer ist.

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Wind ist auf der Ringstraße die größte Gefahr, gerade für Autotüren und Wohnmobile. Den aktuellen Straßenzustand zeigt die Straßenbehörde Vegagerðin auf umferdin.is, Warnungen und Reisepläne findest du bei Safetravel.is. Weitere Hinweise zu Versicherung, Schotterschutz und Fahrzeugwahl habe ich in meinen Mietwagen Tipps für die Ringstraße zusammengefasst.

Wann ist die beste Reisezeit für die Island-Ringstraße?

Die beste Reisezeit für die Island-Ringstraße liegt zwischen Juni und August, wenn Straßen schneefrei sind und es fast rund um die Uhr hell ist. Mai und September sind ruhiger und günstiger, erfordern aber mehr Flexibilität beim Wetter.

Im Winter ist die Ringstraße grundsätzlich befahrbar, wird aber bei Sturm und Schnee abschnittsweise gesperrt. Ende Dezember hast du in Reykjavík nur rund vier Stunden Tageslicht, was die Tagesetappen stark verkürzt. Für eine Winterumrundung solltest du deshalb mindestens zwei Puffertage einplanen und ein Allradfahrzeug mit Spikereifen mieten.

Mietwagen oder Wohnmobil: Was passt besser zur Ringstraße?

Für Sommerreisen auf der Ringstraße reicht ein normaler Kleinwagen, solange du keine F-Straßen fahren willst. Ein Camper spart Hotelkosten, darf seit dem isländischen Naturschutzgesetz von 2015 aber nur auf ausgewiesenen Campingplätzen übernachten.

Ein Wohnmobil ist bei starkem Seitenwind deutlich anfälliger als ein Pkw. Ich wähle deshalb im Frühjahr und Herbst lieber ein Auto mit Unterkünften, im Hochsommer dagegen gern einen kompakten Camper mit Standheizung.

Was würde ich bei meiner nächsten Umrundung anders machen?

Bei meiner ersten Fahrt auf der Ringstraße hatte ich sechs Tage eingeplant und den Osten fast nur durchfahren. Heute plane ich für die Ostfjorde und Mývatn jeweils eine volle Nacht ein, weil dort weniger Reisebusse unterwegs sind und die Landschaft abwechslungsreicher ist als erwartet.

Außerdem buche ich Unterkünfte im Sommer frühzeitig, weil die Auswahl zwischen Vík und Höfn begrenzt ist. Und ich prüfe jeden Morgen die Windwarnungen auf vedur.is, dem isländischen Wetterdienst, bevor ich losfahre.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Ist die Island-Ringstraße komplett asphaltiert?

Die Route 1 ist heute nahezu durchgehend asphaltiert, die letzten Schotterstücke im Osten wurden in den vergangenen Jahren befestigt. Schotter begegnet dir vor allem auf Abkürzungen wie dem Pass Öxi, auf Zufahrten zu Sehenswürdigkeiten und an Baustellen. Dort gilt ein Tempolimit von 80 km/h, und eine Schotterschutzversicherung für den Mietwagen ist sinnvoll, weil Steinschläge an Lack und Scheibe häufig vorkommen.

Brauche ich für die Ringstraße in Island einen Allradwagen?

Zwischen Mai und September reicht für die Ringstraße ein normaler Pkw mit Zweiradantrieb. Einen Allradwagen benötigst du nur für F-Straßen im Hochland, die ausschließlich mit 4×4-Fahrzeugen befahren werden dürfen. Im Winter empfiehlt sich Allrad zusammen mit Spikereifen, weil Schnee, Eis und Verwehungen auch auf der Route 1 regelmäßig auftreten und manche Abschnitte kurzfristig gesperrt werden.

Kann man die Island-Ringstraße im Winter fahren?

Eine Winterumrundung ist möglich, erfordert aber deutlich mehr Flexibilität als im Sommer. Stürme führen zu abschnittsweisen Sperrungen, und Ende Dezember gibt es in Reykjavík nur rund vier Stunden Tageslicht. Plane kurze Tagesetappen, mindestens zwei Puffertage und ein Allradfahrzeug mit Spikereifen ein. Den Straßenzustand solltest du jeden Morgen auf umferdin.is prüfen, bevor du losfährst.

Wie viele Tage braucht man für die Ringstraße in Island?

Die reine Fahrzeit für die rund 1.320 Kilometer lange Route beträgt etwa 17 bis 18 Stunden. Sieben Tage sind das Minimum, wenn du die wichtigsten Stopps sehen willst, führen aber zu langen Fahrtagen. Mit zehn bis vierzehn Tagen bleibt Zeit für Wanderungen, heiße Quellen und Abstecher in die Ostfjorde oder auf die Halbinsel Snæfellsnes.

Fazit: So gelingt deine Fahrt auf der Island-Ringstraße

Die Island-Ringstraße verbindet Wasserfälle, Gletscher, Fjorde und Vulkanlandschaften auf einer einzigen, gut ausgebauten Route. Entscheidend ist nicht das Fahrzeug, sondern genug Zeit: Mit zehn Tagen, frühzeitig gebuchten Unterkünften und einem täglichen Blick auf Wetter- und Straßenwarnungen fährst du entspannt und sicher.

Leg dir jetzt deine Etappen fest und nutze die Tabelle oben als Grundgerüst. Wenn du nur eine Woche hast, starte mit meinem Plan für die 7-tägige Island Rundreise und passe ihn an deine Reisezeit an.