Das Wetter in Island im September ist mild, wechselhaft und windig: Die Tageshöchsttemperaturen liegen in Reykjavík meist zwischen 8 und 12 °C, nachts kühlt es auf 3 bis 7 °C ab. Es regnet häufig, die Tage werden spürbar kürzer, und mit der wachsenden Dunkelheit steigt die Chance auf Nordlichter. Wer wetterfest packt, findet einen der besten Reisemonate.
Wie warm wird es im September in Island?
Im September liegt die durchschnittliche Höchsttemperatur in Reykjavík bei rund 10 °C, die Tiefsttemperatur bei etwa 5 °C (Klimadaten laut Isländischem Wetteramt Veðurstofa Íslands). Im Norden und im Hochland ist es einige Grad kühler.
Zu Monatsbeginn fühlt sich das Wetter noch spätsommerlich an, gegen Ende kündigt sich der Herbst an. In höheren Lagen kann bereits der erste Schnee fallen. An sonnigen, windstillen Tagen wirkt es deutlich wärmer als die Messwerte vermuten lassen.
Entscheidend ist weniger die Temperatur als der Wind: Böen von 15 bis 20 m/s sind im September keine Seltenheit und lassen 8 °C wie 2 °C wirken. Die gefühlte Temperatur liegt dadurch oft deutlich unter dem Thermometerwert.
Regionale Unterschiede im Überblick
| Region | Ø Höchsttemperatur | Ø Tiefsttemperatur |
|---|---|---|
| Reykjavík (Südwesten) | ca. 10 °C | ca. 5 °C |
| Akureyri (Norden) | ca. 9 °C | ca. 4 °C |
| Höfn (Südosten) | ca. 10 °C | ca. 6 °C |
| Hochland | ca. 4–7 °C | um 0 °C |
Wie viel regnet es im September in Island?
Der September zählt zu den niederschlagsreichen Monaten: In Reykjavík fallen im Schnitt etwa 86 mm Niederschlag verteilt auf rund 14 Regentage. Der Süden und Südosten sind deutlich nasser als der Norden.
Regen kommt in Island selten als stundenlanger Dauerregen, sondern in schnell wechselnden Schauern. Innerhalb einer Stunde kann Sonnenschein in Niesel und wieder in Sonne umschlagen. Ein isländisches Sprichwort lautet: „Wenn dir das Wetter nicht gefällt, warte fünf Minuten.“
Der Norden rund um Akureyri liegt im Regenschatten und bekommt oft mehr trockene Stunden ab. Wer flexibel ist, kann Schlechtwetter im Süden umfahren – ein Grund, die Route erst kurzfristig festzulegen. Die schönste Wasserfälle Island führen nach den Regenfällen im September übrigens besonders viel Wasser.
Wie viele Sonnenstunden und wie lang sind die Tage?
Anfang September ist es rund 14 Stunden hell, Ende des Monats nur noch etwa 11,5 Stunden. Die Tageslänge nimmt im September um fast drei Stunden ab – so schnell wie in kaum einem anderen Monat.
Zu Monatsbeginn geht die Sonne gegen 6:15 Uhr auf und gegen 20:30 Uhr unter. Ende September verschiebt sich der Sonnenaufgang auf etwa 7:20 Uhr, der Untergang auf rund 19:00 Uhr. Für Fotografen bedeutet das lange, weiche Morgen- und Abendstunden.
Die zurückkehrende Dunkelheit hat einen großen Vorteil: Ab Ende August werden Nordlichter wieder sichtbar. Mehr dazu findest du im Beitrag Nordlichter Island beste Chance.
Warum ist das Wetter im September so wechselhaft?
Island liegt am Treffpunkt von warmen und kalten Meeresströmungen und mitten in der Zugbahn atlantischer Tiefdruckgebiete. Diese Lage sorgt für rasch wechselndes Wetter und häufigen Wind das ganze Jahr über, im Herbst besonders ausgeprägt.
Der warme Ausläufer des Golfstroms hält die Insel milder, als es die Breitenlage nahe am Polarkreis erwarten ließe (Hintergründe beim Wikipedia-Artikel zu Island). Deshalb friert die Küste im September so gut wie nie.
Im September nimmt die Aktivität der Tiefdruckgebiete zu. Sturmtiefs bringen kräftigen Wind, der einzelne Straßen im Hochland unpassierbar machen kann. Prüfe daher vor jeder Fahrt die Verhältnisse.
Ist der September eine gute Reisezeit für Island?
Ja – der September gilt als einer der ausgewogensten Reisemonate. Du bekommst noch verlässlich begehbare Straßen, deutlich weniger Touristen als im Hochsommer und die ersten Nordlichter.
Die Hauptsaison endet, viele Unterkünfte und Mietwagen werden günstiger. Gleichzeitig sind die meisten Attraktionen und die Ringstraße noch problemlos erreichbar. Für Details zur Fahrt lies die Island Ringstraße Mietwagen Tipps.
Wer eine Rundreise plant, findet in der Anleitung Island Rundreise 7 Tage planen einen praktischen Fahrplan. Ein warmes Bad passt gut in den kühlen September – ob sich das lohnt, klärt der Beitrag blaue Lagune Island lohnt sich.
Hochland und F-Straßen: Was du im September beachten musst
F-Straßen sind Schotterpisten im Hochland, die nur mit Allradfahrzeugen befahren werden dürfen. Viele davon schließen ab Mitte bis Ende September wegen Schnee und Nässe.
Willst du ins Hochland, plane die Fahrt in die erste Monatshälfte und prüfe die Öffnung tagesaktuell. Aktuelle Straßenzustände findest du beim isländischen Verkehrsamt unter road.is.
Was solltest du für Island im September einpacken?
Kleide dich nach dem Zwiebelprinzip: eine Funktionsschicht, eine wärmende Fleece- oder Wollschicht und eine wind- und wasserdichte Außenjacke. Genau diese Kombination trägt das wechselhafte Wetter im September am besten.
- Wasserdichte Hardshelljacke und Regenhose – gegen Schauer und Wind
- Warme Mittelschicht aus Fleece oder Merinowolle
- Wasserdichte Wanderschuhe mit Profil
- Mütze und Handschuhe – vor allem für den Norden und die Abende
- Badesachen für heiße Quellen und Thermalbäder
Ein Regenschirm ist wegen des Windes nutzlos. Setze stattdessen auf eine Kapuze. Wechselkleidung im Auto lohnt sich, weil man nach einem Schauer schnell durchgefroren ist.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie kalt wird es nachts im September in Island?
Nachts sinken die Temperaturen an der Küste im Schnitt auf 3 bis 7 °C, im Hochland auch auf etwa 0 °C. In klaren Nächten – gut für Nordlichter – ist es am kühlsten. Ein warmer Schlafsack oder zusätzliche Schichten sind besonders beim Camping und im Wohnmobil sinnvoll, weil die gefühlte Temperatur durch Wind deutlich niedriger liegt.
Kann man im September in Island schon Nordlichter sehen?
Ja. Ab Ende August wird es nachts wieder dunkel genug für Polarlichter. Im September stehen die Chancen bei klarem Himmel und ausreichender Sonnenaktivität gut. Entscheidend sind eine wolkenarme Nacht, ein Standort fernab von Stadtlicht und etwas Geduld. Die besten Stunden liegen meist zwischen 22 und 1 Uhr.
Regnet es im September in Island jeden Tag?
Nein, aber Regen ist häufig: In Reykjavík fallen im Schnitt an rund 14 von 30 Tagen Niederschläge. Der Regen kommt meist in kurzen Schauern statt als Dauerregen. Der Norden um Akureyri liegt im Regenschatten und bekommt oft mehr trockene Stunden ab als der Süden.
Braucht man im September in Island einen Allradwagen?
Für die Ringstraße und die meisten Sehenswürdigkeiten reicht ein normaler Pkw. Ein Allradfahrzeug ist nur nötig, wenn du F-Straßen ins Hochland fahren willst. Viele dieser Pisten schließen jedoch schon ab Mitte bis Ende September, weshalb sich eine Hochlandtour eher in die erste Monatshälfte legen lässt.
Fazit: September lohnt sich – wenn du wetterfest packst
Das Wetter in Island im September verlangt Flexibilität: milde 8 bis 12 °C tagsüber, viel Wind, häufige Schauer und rasch kürzer werdende Tage. Dafür belohnt der Monat mit weniger Andrang, günstigeren Preisen und den ersten Nordlichtern des Winterhalbjahrs.
Pack nach dem Zwiebelprinzip, prüfe Straßen und Wetter täglich und plane Pufferzeit ein. Dann wird der September zu einem der schönsten Monate für deine Islandreise. Starte jetzt mit der Planung deiner Island Rundreise in 7 Tagen.