Wer typisch isländisches Essen probieren möchte, kommt an Skyr, Lammsuppe (Kjötsúpa), Fischgerichten und Roggenbrot nicht vorbei – dazu gehören mutige Klassiker wie fermentierter Hai (Hákarl). Diese Gerichte findest du in fast jedem Ort, viele davon günstig im Supermarkt. Die isländische Küche ist geprägt von Lamm, Fisch, Milchprodukten und langer Haltbarmachung ohne Gewürze.
Warum schmeckt isländisches Essen anders?
Islands Küche entstand aus Knappheit: Auf der Insel wuchsen kaum Getreide, Gemüse oder Gewürze. Konserviert wurde deshalb durch Trocknen, Räuchern, Fermentieren und Einlegen in Molke oder Salz.
Bis heute stammen die wichtigsten Zutaten aus Weidewirtschaft und Fischerei. Isländisches Lamm wächst frei im Hochland auf und gilt als besonders aromatisch, weil die Tiere Kräuter und Beeren fressen.
Fisch ist überall frisch und vergleichsweise günstig – Kabeljau, Schellfisch, Seelachs und Lachs bilden die Grundlage vieler Gerichte. Wer die Landschaft dahinter erleben will, verbindet Kulinarik oft mit einer Runde über die Island Ringstraße mit dem Mietwagen.
Welche isländischen Gerichte solltest du zuerst probieren?
Für den Einstieg eignen sich Skyr, Kjötsúpa (Lammsuppe), Plokkfiskur (Fischeintopf) und Pylsur (Hotdog). Diese vier schmecken den meisten sofort und sind überall erhältlich.
Skyr – das isländische Milchprodukt
Skyr ist ein fettarmes, quarkähnliches Milchprodukt, das seit über tausend Jahren in Island hergestellt wird. Es ist proteinreich, mild-säuerlich und wird pur, mit Beeren oder als Getränk (Drykkjarskyr) gegessen.
Laut Wikipedia gilt Skyr botanisch als Frischkäse, wird von Isländern aber wie Joghurt verwendet. Im Supermarkt kostet ein Becher deutlich weniger als importierter Joghurt.
Kjötsúpa – die isländische Lammsuppe
Kjötsúpa ist eine kräftige Suppe aus Lammfleisch, Kartoffeln, Möhren, Kohl und Steckrübe. Sie ist das wärmende Nationalgericht und wird oft mit Roggenbrot serviert.
Viele Raststätten und Suppenküchen bieten Kjötsúpa mit Nachschlag zum Festpreis an – eine der sättigendsten und günstigsten Mahlzeiten der Insel.
Plokkfiskur und frischer Fisch
Plokkfiskur ist ein Eintopf aus zerpflücktem Weißfisch, Kartoffeln, Zwiebeln und Béchamel. Er ist Alltagsessen und schmeckt schlicht, aber herzhaft.
Frischer Kabeljau oder Seelachs (Fisch des Tages) steht auf fast jeder Speisekarte und ist wegen der lokalen Fischerei preislich fairer als Fleisch.
Was sind die mutigen isländischen Spezialitäten?
Zu den mutigen Klassikern gehören Hákarl (fermentierter Grönlandhai), Svið (gekochter Schafskopf) und Hrútspungar (eingelegte Widderhoden). Sie stammen aus der Zeit der Vorratshaltung und werden heute vor allem zum Mittwinterfest Þorrablót gegessen.
Hákarl ist Fleisch des Grönlandhais, das mehrere Wochen fermentiert und danach monatelang getrocknet wird. Der Ammoniakgeruch ist streng; probiert wird meist ein daumennagelgroßes Stück mit einem Schnaps namens Brennivín.
Das isländische Landwirtschaftsministerium beschreibt diese Konservierungsmethoden als Teil des kulturellen Erbes rund um Þorrablót. Wer typisch isländisches Essen probieren will, muss diese Gerichte nicht mögen – aber einmal kosten lohnt für die Geschichte dahinter.
Wo kannst du typisch isländisches Essen probieren?
Am günstigsten gelingt das im Supermarkt (Bónus, Krónan) und an Hotdog-Ständen, am authentischsten in kleinen Suppenküchen, Fischrestaurants und auf Bauernhof-Cafés. In Reykjavík findest du außerdem den Straßenstand Bæjarins Beztu Pylsur.
Ein Pylsa – der isländische Hotdog mit Lammanteil, Röstzwiebeln, Remoulade und süßem Senf – ist der bekannteste Imbiss der Insel. Er ist die günstigste warme Mahlzeit und in fast jeder Tankstelle erhältlich.
Wie viel du für Restaurantbesuche, Supermarkt und Imbiss einplanen solltest, liest du im Detail unter was kostet Essen in Island. Für Selbstversorger unterwegs sind die Erfahrungen aus Island mit dem Wohnmobil hilfreich.
Kostüberblick nach Kategorie
| Gericht | Wo erhältlich | Preisniveau |
|---|---|---|
| Skyr (Becher) | Supermarkt | günstig |
| Pylsa (Hotdog) | Imbiss, Tankstelle | günstig |
| Kjötsúpa | Suppenküche, Raststätte | mittel |
| Plokkfiskur | Restaurant, Café | mittel |
| Frischer Fisch des Tages | Restaurant | mittel bis hoch |
| Hákarl (Kostprobe) | Kolaportið-Markt, Þorrablót | Spezialität |
Was solltest du beim Essen in Island beachten?
Portionen sind oft groß, Leitungswasser ist überall trinkbar und kostenlos, und Trinkgeld ist nicht üblich. Alkohol gibt es nur in staatlichen Vínbúðin-Läden und in Lokalen – nicht im normalen Supermarkt.
Vegetarier und Veganer finden in Reykjavík viele Angebote, auf dem Land jedoch weniger. Selbstverpflegung über Supermärkte spart hier am meisten.
Roggenbrot (Rúgbrauð) wird in manchen Regionen im heißen Erdboden nahe Geothermalquellen gebacken und schmeckt dunkel und süßlich. Ein Ausflug dorthin lässt sich gut mit den schönsten Wasserfällen Islands verbinden.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist das isländische Nationalgericht?
Als Nationalgericht gilt Kjötsúpa, die kräftige Lammsuppe mit Wurzelgemüse. Ebenso oft genannt werden Plokkfiskur, der Fischeintopf, und Skyr als bekanntestes Milchprodukt. Zum Mittwinterfest Þorrablót kommen traditionelle Konserven wie Hákarl und Svið auf den Tisch. Für den ersten Kontakt mit der Küche sind Lammsuppe und Skyr die sichersten und beliebtesten Einstiege.
Ist typisch isländisches Essen teuer?
Restaurantbesuche sind in Island vergleichsweise teuer, doch die typische Küche lässt sich günstig probieren. Skyr und Roggenbrot aus dem Supermarkt sowie ein Pylsa vom Imbiss kosten wenig. Fisch ist wegen der lokalen Fischerei fairer bepreist als Fleisch. Wer Leitungswasser trinkt, kein Trinkgeld einplant und teils selbst kocht, hält die Verpflegungskosten deutlich niedriger.
Muss ich Hákarl wirklich probieren?
Nein, Hákarl ist kein Pflichtprogramm. Der fermentierte Grönlandhai riecht stark nach Ammoniak und polarisiert selbst Isländer. Wer den Geschmack testen möchte, nimmt ein winziges Stück und einen Schluck Brennivín dazu. Wichtiger für den Einstieg in die isländische Küche sind milde Gerichte wie Lammsuppe, Plokkfiskur, frischer Fisch und Skyr.
Wo bekomme ich in Reykjavík traditionelle Gerichte?
In Reykjavík findest du traditionelle Spezialitäten auf dem Flohmarkt Kolaportið, in Fischrestaurants am Alten Hafen und in Suppenküchen mit Kjötsúpa. Der legendäre Hotdog-Stand Bæjarins Beztu Pylsur serviert Pylsur mit Lammanteil. Supermärkte wie Bónus und Krónan führen Skyr, Roggenbrot und geräucherten Fisch für die Selbstverpflegung.
Fazit
Typisch isländisches Essen probieren heißt: erst die milden Klassiker Skyr, Lammsuppe und Plokkfiskur genießen, dann bei Lust die mutigen Spezialitäten wie Hákarl kosten. Am günstigsten gelingt das über Supermarkt und Imbiss, am schönsten in kleinen Suppenküchen und Fischrestaurants. Plane deine Route so, dass du unterwegs regionale Gerichte einbaust – und wirf vor der Reise einen Blick auf die Preise, damit dein Budget passt.